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XL gibts im Souk nicht

TUNESIEN / WILLISAU Erich Troxler ist für seine Liebe zu Dromedaren in der Region kein Unbekannter mehr. Über Weihnachten hat er als Jockey des Kamel- und Mehari-Rennvereins Schweiz im tunesischen Douz am Sahara-Marathon teilgenommen. Kamele erfreuen sich in Europa zunehmender Beliebtheit, wie Webauftritte wie www.kamelrennen.com und www.camel-City.de beweisen.

 Zwei Wochen vor Abflug, in einem Coop-Restaurant in der Nähe von Kamel Ben Salems Dromedar-Stall bei der Dielsdorfer Pferderennbahn, ist Erich Troxler noch skeptisch, was seine Teilnahme am Sahara-Marathon angeht. „Wie viel Kilometer sind das?“, fragt er immer wieder seinen Freund Kamel, genannt „Ben“. „Und wie lange brauchen die Langsamsten?“ Drei, vier Stunden auf einem trabenden Mehari – das erfordert Kondition und Zähigkeit. Und Gelassenheit, wie sich bei Kilometer 20 erwies, denn Troxlers Mehari ging in Sitzstreik, als ihm bewusst wurde, dass sein Weg nicht weiter zum Horizont führen würde, sondern in einem Bogen zurück zum Festivalplatz. Doch alles der Reihe nach.

Er will immer losrennen!

Die dreiköpfige Delegation des Kamel- und Mehari-Rennvereins Schweiz, Erich Troxler, Maja Ehrenmann und Caro Nadler, trafen am 22. Dezember in Douz ein, einem kleinen, verschlafenen Wüstenstädtchen im Süden Tunesiens. Wenn in der Schweiz die Christbäume brennen und „Stille Nacht“ gesungen wird, dröhnen Trommeln durch die Strassen von Douz, pulsiert orientalisches Marktleben im Souk und der Sand zwischen den Häusern wir aufgewühlt von edlen Araberhengsten und stolzen Meharis, den weissen Reit- und Rennkamelen: Dann ist wieder die Zeit des Sahara-Festivals. Zum 43. Mal wurde im Dezember das Festival durchgeführt, im Zentrum der vier Tage stehen folkloristische Darbietungen vor einer grossen Tribüne, die 8000 Zuschauer fasst. Es sind keine Darbietungen, die westliche Touristen amüsieren sollen. Vielmehr sollen die heutigen, modernen Tunesiern an ihre Wurzeln erinnert werden: An das Leben der Nomaden, Berber und Tuareg. Freilich konnte Erich Troxler sein eigenes Dromedar Sahiba nicht mitbringen. Darum hiess es am ersten Tag: „Dromi fassen“. Freundschaft zu dem weissen Mehari war schnell geschlossen, es erwies sich als Schmusebacke und Troxlers Skepsis wich Vorfreude: „Ich muss den ständig bremsen, der will immer gleich losrennen!“. Mit dem arabischen Namen haperte es noch, kurzerhand wurde das Tier „Sfüfzähni“ getauft, gemäss der Startnummer, die ihm am Marathontag auf den Hals gesprüht wurde.

Kamelmilch an Heilig Abend

Die ersten beiden Tage waren Sfüfzähni, Troxler und die anderen 38 Jockeys im kalten Sahara-Wind Statisten für die grossartigen Darbietungen wie aus 1001 Nacht: Reiterspiele, Hunderennen, Kamelkämpfe, Musik- und Tanzvorträge. Anders als in der durchorganisierten Schweiz drangen die Informationen nur per Mundpropaganda durch: Die Marathonreiter müssen einheitlich schwarz-weiss gekleidet sein! Also ab in den Souk, wo die beiden Frauen versuchen, für den 1,90-Meter Jockey passende Kleider aufzutreiben, aber XL gehört nicht zum Standartsortiment! Auch eine Einladung erreicht die Delegation: Am Heilig Abend, dem Vorabend zum Marathon, nehmen die drei Schweizer zusammen mit Delegationsvertretern aus Syrien, Algerien, Tunesien, Kuwait, Libyen und Ägypten an einem Festessen teil. Alkohol gibt es nicht, es kreist eine 1.5 Liter-Pet-Flasche mit Kamelmilch, die Schweizer halten sich nach einem homöopathischen Probeschluck an Cola. Beendet wird der – Heilige – Abend mit einem Bauchtanz und einem unkomplizierten Meeting der Festivalleitung.

Vier Kilo Datteln

Und dann war er da, der Tag des Marathons. Der bereits erwähnte Kamel-Streik wurde mit gutem Zureden und einem hupenden Motivationskonvoi aus zwei Töffs und einem Jeep beigelegt: Erich Troxler trabte nach 3 Stunden, 21 Minuten und 25 Sekunden ins Stadion ein. So ziemlich als Letzter, aber dass es weniger um einen Podestplatz als ums Durchhalten ging, zeigten die folgenden Tage: Überall, wo sich Troxler und seine Freunde auf der Strasse zeigte, wurde ihm Respekt und der Ruf „Bravo, la Suisse“ entgegen gebracht. Den letzten Tag in Douz verbringt Troxler mit seinen Freunden entspannt auf einem Ausflug in die Wüste: Ohne Leistungsdruck einfach Reiten, die Stille geniessen, dazu ein Picknick bei Tee und Fladenbrot. Letzteres mit Schweizer Schoggi noch etwas versüsst. Freilich haben nach den 42 Marathon-Kilometern Rücken und Gesäss geschmerzt. Doch Pläne für das Festival 2011 sind bereits geschmiedet: „Nächstes Jahr kommt meine Familie mit“, meint Troxler auf dem Heimflug, eine Kamelsatteldecke und 4 Kilo Datteln als Geschenk von der Festival-Leitung im Handgepäck. Und den Traum von einer Schweizer Folklore-Gruppe, die wie eine bereits anwesende russische Gruppe, die Schweizer Kultur mit Trachten, Tänzen und einem Alphorn in die Sahara bringen wird. Und noch etwas befindet sich im Handgepäck: Eine Einladung zum Kamelrennen nach Ägypten. Weiterführende Links: www.kamelrennen.com , www.camel-City.de

20.2.11 19:30








das schliessen eines koffers ist immer so
unausweichlich
endgültig

und entspannend: kein zurück mehr

für lange zeit

11.11.10 08:06








manches gepäck ist leicht
auch wenn die reise noch so gross ist

8.11.10 13:56








wenn professionelle helfer versagen
ist das menschlich

aber wenn sie im stich lassen

8.11.10 11:51








gefrorene tränen
haben eine bessere haftkraft

7.11.10 16:05








das ende scheint gültig zu sein

gleich



6.11.10 15:21








schnelle wolken
retten mich nicht


sie haben keine hoffnung

5.11.10 14:25






im schatten der dunkelheit
schleppte ich wie ein mörder
der seine zerstückelte leiche zu entsorgen sucht
müllsäcke nach unten in den container
morgen müllabfuhr

wie wahr
es war wirklich eine leiche

ohne diese identifikationen
stirbt es sich leichter
3.11.10 19:38








die fernen gärten sind bald kahl
was bleibt
ist das gerippe in meinem kopf

3.11.10 14:33








leere
vakuum
reicht nicht für den aufstieg

2.11.10 08:29








warum habt ihr euch nicht gewehrt

1.11.10 08:30








die wege meiner sehnsucht
definieren grenzen

31.10.10 08:50








angst vor gott
ich könnte ja
etwas falsch machen
oder ihn erzürnen
oder
verkehrt sein

dann doch besser
ignorieren

verdammt
warum hat man mir das
alles nur erzählt

30.10.10 09:58








heilende hände -
weil sie es gelernt haben

vertrauen
macht verletzlich

29.10.10 19:28


wenn der tag
am morgen
schon abend ist

erschöpft
28.10.10 09:37


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